Die 4. Kompanie ist, ebenso wie die 5. und 6. Kompanie, eine reine Fallschirmjäger-kompanie, die vorwiegend infanteristisch operiert und deshalb im Kern – von wenigen Unterstützungs- und Versorgungselementen abgesehen – aus kämpfender Truppe besteht.


Das Aufgabenspektrum bietet eine Fülle an Herausforderungen und trägt sowohl den klassischen als auch den modernen Konfliktszenarien Rechnung. So sind die Themen Verteidigung, Angriff, Spähtrupp oder Jagdkampf genauso Bestandteil der Ausbildung wie beispielsweise Stabilisierung, Patrouille oder Checkpoint. Dabei ist das Operieren mit Fahrzeugen eher die Ausnahme, da diese meist lediglich der Verbringung und Sicherung dienen.

 

Das Ziel der Kompanie ist es, diese und weitere Aufgaben unter allen Bedingungen, unabhängig von den jeweiligen Bedrohungs- oder Wetterlagen weltweit zu jeder Tages- und Nachtzeit erfolgreich bewältigen zu können. Daraus leiten sich nicht nur die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für die Soldatinnen und Soldaten der 4. Kom- panie ab, sondern auch die hohen körperlichen und geistigen Anforderungen an jeden Einzelnen – da das Team immer nur so stark ist, wie es seine Mitglieder zulassen.

 

Die Besonderheit der Fallschirmjägertruppe zeichnet sich durch ihre operative Beweglichkeit aus. Das bedeutet, dass die Kompanie mit Hilfe geeigneter Transportmittel, wie zum Beispiel Luftfahrzeuge, schnell über große Strecken transportiert werden können, um in dafür vorgesehenen Räumen über einen gewissen Zeitraum autark, damit aber auch oftmals fernab eigener Kräfte, operieren zu können. Operationen nach Fallschirmsprung sind dabei die klassische Form der Gefechtsführung der Fallschirmjägertruppe, was auch regelmäßig geübt wird.

 

Freilich sind Durchhalte- und Durchsetzungsfähigkeit dabei begrenzt, dennoch bietet diese Einsatzmöglichkeit die Option, wichtige oder für die Gefechtsführung bedeutende Geländeabschnitte schnell gewinnen zu können, um sich dadurch einen eindeutigen Vorteil gegenüber dem Gegner zu verschaffen. Der Schwerpunkt der Kompanie liegt deshalb in offensiven Operationen.

 

Zudem besteht die Besonderheit, dass bestimmte Geländeabschnitte nur durch infanteristisch operierende Kräfte gewonnen werden können, wie zum Beispiel dicht bebaute, bergige oder stark bewaldete Gebiete. Die Soldatinnen und Soldaten der Infanterie im Allgemeinen, die der Fallschirmjägertruppe im Speziellen sind deshalb auf den Kampf in bewaldeten oder urbanen Gebieten spezialisiert.

 

Um in den häufig unübersichtlichen und teils isolierten Lagen besser bestehen zu können, ist die 4. Kompanie in drei Fallschirmjägerzüge und einen schweren Zug, der mit Granatmaschinen- und Panzerabwehrwaffen sowie einer Scharfschützengruppe ausgestattet ist, gegliedert. So ist es möglich, effektiv über größere Reichweiten hinweg auch gegen (gepanzerte) Fahrzeuge sowie punktgenau, aber auch in der Fläche wirken zu können.

Dennoch hängt der Erfolg der Gefechtsführung nicht allein von den Waffen und Fähigkeiten der Kompanie ab. Um in einem Einsatz bestehen zu können und jedwede Aufträge erfolgreich bewältigen zu können, kommt es immer wieder auf den Willen zu entschlossenem, beherztem und mutigem Handeln jedes Einzelnen sowie die Bereitschaft zum Ertragen von Härten und Entbehrungen an. Hier sind regelmäßig auch die Führungskräfte der Kompanie gefragt, die in oft zeitkritischen Momenten Entscheidungen treffen müssen und deren Improvisationstalent in be- sonderem Maße gefordert wird, um im Sinne des Auftrages handeln zu können. Diese Anforderungen setzen das richtige „Fallschirmjägerherz“ voraus – welches gleichzeitig aber auch den Kern einzigartigen Zusammenhalts, gegenseitiger Treue, Loyalität und eines vertrauten Miteinanders im Sinne der Kameradschaft bildet.

Das breite Aufgabenspektrum, die Forderung nach einer hohen Einsatzbereitschaft sowie die Notwendigkeit einer hohen Fachexpertise stellen die Grundlage für den täglichen Ausbildungs- und Übungsbetrieb dar. Um die Qualität dieser Fähigkeiten zu erhalten und auch unter Beweis stellen zu können, nimmt die Kompanie regelmäßig an nationalen und internationalen Übungsvorhaben teil, die stets zum Ziel haben, die Soldatinnen und Soldaten der Kompanie auf einen Auslandseinsatz vorzubereiten. Derzeit ist die 4. Kompanie Teil der Nationalen Krisenvorsorge und als Fallschirmjägerkompanie dafür vorgesehen, Militärische Evakuierungsoperationen durchzuführen. Dies bedeutet einen Beitrag dazu zu leisten, Bürgerinnen und Bürger unseres Landes unter militärischem Schutz wieder sicher aus Krisenregionen nach Deutschland zu geleiten.

 

Abschließend ist die 4. Kompanie zusammen mit den beiden anderen Fallschirmjägerkompanien, der 5. und der 6. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 31, eines von drei klassischen Manöverelementen des Kommandeurs, welche meist im Schwerpunkt der Gefechtsführung eingesetzt sind. Sie leistet einen Beitrag zur Nationalen Krisenvorsorge und bereitet sich im täglichen Dienst auf die vielfältigen Aufgaben vor, denen sie sich in den Einsätzen stellen muss. Das Spektrum reicht dabei von Sport- bis Gefechtsausbildung, von theoretischem Unterricht bis zum praktischen Fallschirmsprung, von nationalen Einsätzen wie die Unterstützung bei der Hochwasserkatastrophe an der Elbe im Jahr 2013 bis hin zu internationalen Einsätze wie der International-Security-Assistance-Force (ISAF) Einsatz in Afghanistan in gleich mehreren Kontingenten.

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Quellenangabe für Texte und Fotos dieser Homepage: Standortbroschüre der Fallschirmjägerkaserne Seedorf 2016

 

Herausgeber der Broschüre: Hauptmann

Ulf Ernst Fallschirmjäger- regiment 31