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Hinter jeder Tür droht eine böse Überraschung

Das Fallschirmjägerregiment 31 führt eine Schießdrillausbildung unter ABC-Bedingungen durch

 

Die Sonne geht langsam auf über den Standortübungsplatz im nieder- sächsischen Seedorf. Die speziali-sierten Kräfte der 2. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 31 bereiten sich auf die Schießdrillausbildung im Rahmen des Orts- und Häuserkampfes
vor.

Die Stationen werden aufgebaut, die Munition wird abgeladen. Doch dieses Mal ist ein zusätzlicher Ausrüstungsgegenstand mit dabei: JederTeilnehmererhältzwei scharfe ABC-Filter! lm normalen Übungsbetrieb werden lediglich Übungsfilter verwendet, da diese die Belastung der Soldaten durch die veränderte Kampfsituation gut darstellen. Sie können mehrfach verwendet werden, haben jedoch keinerlei schützende Filterfunktion. Die scharfen Filter sind nur einmal verwendbar.


Die Fallschirmjäger mit erweiterter Grundbefähigung, kurz EGB-Kräfte, trainieren heute das Schießen bei der Bedrohung durch Nebel und andere Kampfstoffe, was schon unter einfachen Bedingungen einige Herausforderungen bietet: Das Sichtfeld ist erheblich eingeschränkt, der Rundumblick sehr erschwert. Zudem ist die Atemtechnik unter der Maske, etwa beim schnellen Überwinden eines Hindernisses, zu beachten. „Heute ist der Schwerpunkt das Vorgehen im Gebäude. Es ist nicht auszuschließen, dass der Gegner chemische oder biologische Kampfstoffe gegen uns einsetzt oder mit Rauch unsere Bewegungen hemmen will. Sichtfeld, Kommunikation und körperliche Belastung sind dann eine andere, aufdie Sie vorbereitet sein  müssen", betont der Leitende in seiner Einweisung.


Nach der Sicherheitsbelehrung geht es auch schon los, der erste Trupp ist eingeteilt, der Gruppenführer gibt letzte Instruktionen. Und zügig arbeitet sich der Trupp durch das Gebäude von Raum zu Raum. Dumpf hören sich die Stimmen der Soldaten durch die Masken an, man spürt deutlich die Anspannung und Konzentration. Für jeden neuen unbekannten Raum nehmen die Soldaten erneut die „Türaufstellung" ein, was bedeutet: Jeder Soldat des Trupps hat eine feste Aufgabe und eine vorgegebene Position: Wer sichert welchen Bereich, wer macht die Tür auf usw. „Das Sichtfeld ist stark eingeschränkt und auch das Atmen fällt schwerer“, sagt ein Truppsoldat im Anschluss bei der Auswertung. „Gut, dass wir das üben." Denn im Ernstfall geht es um das Überleben jeden Einzelnen und die Erfüllung des Auftrages. „Damit Deutschland sich auf uns verlassen kann."

 

Hinter jeder Tür kann eine Überraschung lauern, darauf muss jeder stets vorbereitet sein. Sei es eine Falle oder ein Mensch, der sowohl angstvoll als auch aggressiv auf die „Eindringlinge" reagieren kann. Jetzt muss Vorgehen, Kommunikation untereinander und jeder Handgriff sitzen, es heißt schnell und konzentriert zu handeln, den Gegner überwältigen,  bewegungsunfähig machen und entwaffnen. Jeder im Trupp kennt seine Aufgabe genau, die Kommunikation untereinander klappt hervorragend. „Übungsendel" hört man den Leitenden von der Aussichtsplattform rufen, von wo aus er jeden Schritt der Soldaten beobachten kann und jeden Fehler sofort entdeckt.


Nach dem Entladen der Waffen und der Kontrolle der Ausrüstung - deren Einsatzbereitschaft kann Leben retten - folgt die Auswertung. Hier werden alle Abläufe besprochen und sämtliche Fehler angesprochen, um diese dann im nächsten Durchgang unterschwierigeren Bedingungen abzustellen. „Gut gemacht, die erste Aufgabe war noch einfach, um noch mal Bewegungsabläufe zu üben. Die habt ihr drauf, wir werden jetzt langsam den Schwierigkeitsgrad steigern", so der Leitende. Mehrere Durchgänge stehen heute noch auf dem Programm.


Von Markus Mader

 

Auszug aus "Der Deutsche Fallschirmjäger" 3/2020

 

 

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