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Karfreitagsgefecht: Erinnerung an dunkle Stunden

Mahnwache und Kranzniederlegung am Gedenkstein
Mahnwache und Kranzniederlegung am Gedenkstein

Das Fallschirmjägerregiment 31 aus dem niedersächsischen Seedorf gedenkt den am 2. April 2010 in Afghanistan gefallenen und verwundeten Fallschirmjägern des Karfreitagsgefecht.

 

Zehn lange Stunden Gefecht mussten die Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 373 über sich ergehen lassen. Die bei der Ortschaft Isa Khel im Norden von Afghanistan in einen Hinterhalt gerieten. Nils Bruns, Robert Hartert und Martin Augustyniak verloren ihr Leben. Acht weitere Soldaten wurden zum Teil schwer verwundet. Deshalb zählt dieser Tag zu den dunkelsten Tagen der Bundeswehrgeschichte. Trotz schweren Beschusses, gelang es amerikanischen Hubschrauberbesatzungen die Verwundeten und Gefallenen auszufliegen. Durch den Einsatz weiterer Kräfte konnten die verbliebenden Fallschirmjäger sicher ins Lager zurückkehren.

 

Oberstabsfeldwebel Hammers erinnert sich noch sehr genau an diese für alle sehr belastenden Stunden. „Sie waren ja nicht nur für die unter Feuer stehenden Soldaten eine enorme Belastung. Auch für die ihren Dienst in den Bereichen der militärischen Führung, sanitätsdienstlichen Versorgung Verwundeten und der Feldlagersicherung leisteten Soldate. Nicht zu vergessen, die Besatzungen der Black Hawks, der amerikanischen Streitkräfte.“

 

Heute am 2. April 2020 gedenkt das Fallschirmjägerregiment 31 den Gefallenen. Dieses Gedenken gilt nicht nur den Gefallenen des Karfreitagsgefechts, sondern Allen, die den Auftrag des Parlaments in den vielfältigen Auslandseinsätzen erfüllten und hierfür ihr Leben ließen.

 

Oberst Thomas Geßner, Kommandeur des Fallschirmjägerregiment 31 fand dabei treffende Worte: „Wir verneigen uns in tiefer Trauer und Respekt vor den gefallenen Kameraden, den Verwundeten und den Angehörigen.“

Kommandeur Fallschirmjägerregiment 31, Oberst Thomas Geßner erweist den Gefallenen seinen Respekt, begleitet von den Militärgeistlichen Thomas Nuxoll (kath.)und Thomas Bretz-Rieck (ev.)
Kommandeur Fallschirmjägerregiment 31, Oberst Thomas Geßner erweist den Gefallenen seinen Respekt, begleitet von den Militärgeistlichen Thomas Nuxoll (kath.)und Thomas Bretz-Rieck (ev.)

„Politiker und Medien haben großes und ehrliches Interesse gezeigt – haben aber akzeptiert, dass wir heute unter uns sein wollen.“

 

Mit diesem tragischen Hinterhalt folgt ein Wendepunkt in der Wahrnehmung des Einsatzes in Afghanistan durch die Politik. Zögerte man sich bis zu diesem Zeitpunkt von „Krieg“ am Hindukusch zu sprechen so zeigt das Karfreitagsgefecht, dass dieser Begriff sehr wohl zutreffend war. Auch bekam die Truppe endlich die Ausrüstung, die sie benötigte, um im Gefecht zu bestehen. Die Einsatzversorgung wurde in den folgenden Jahren gesetzlich verbessert, viele Anregungen des Deutschen Bundeswehr Verbands wurden dabei von der Politik aufgegriffen.

 

 

 

(Text und Bild Markus Mader)

 

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